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Addis Abeba, Äthiopien (2025)


Angaben zur Person und zum Praktikum
Ich heiße Şemşi und studiere Grundschullehramt im 3. Semester. Mein Orientierungspraktikum habe ich im Ausland (Äthiopien) absolviert und zwar an der Deutschen Botschaftsschule in Addis Abeba (DBSAA). Das Praktikum dauerte zehn Wochen, die für mich viel zu schnell vorbei waren, weil die Schule mir wertvolle Erfahrungen und viele schöne Begegnungen/Erinnerungen ermöglicht hat.

Organisation vor der Abreise
Nach meiner Bewerbung erhielt ich sehr zeitnah eine Zusage. Die Schule nahm direkt Kontakt zu mir auf und unterstützte mich kompetent bei allen Fragen. Den Flug buchte ich mit Turkish Airlines für ca. 620 € hin und zurück und es war wie gewohnt sehr komfortabel. Meine Unterkunft organisierte ich über Airbnb und teilte sie mit einer anderen Kommilitonin. Es gibt allerdings günstigere Optionen; hier würde ich empfehlen, sich enger mit der Schule abzusprechen und gegebenenfalls um Unterstützung zu bitten. Um das Visum kümmert sich die Schule. Man muss lediglich einige Dokumente einreichen und ein Formular ausfüllen. Außerdem organisiert die Schule einen Fahrer, der einen nach der Ankunft in Addis Abeba abholt und zur Unterkunft bringt.

Leben vor Ort
Dann ging die große Reise nach Afrika endlich los. Vor Ort lernte ich die Stadt, die Schule und meine neuen Kolleg*innen kennen. Ich war von August bis Oktober 2025 in Addis Abeba, also während der Regenzeit. Und wenn es regnet, dann „richtig“. Deshalb unbedingt wasserfeste Kleidung und vor allem warme Sachen einpacken. Addis liegt auf über ca. 2300 m Höhe, und die Kombination aus Höhe und Regenzeit sorgt für überraschend kühle Temperaturen.
 
Addis Abeba ist eine Stadt, die in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Vieles wird neu gebaut, die Stadt und ihre Bevölkerung verändern sich rasant. Öffentliche Verkehrsmittel wie bei uns gibt es nicht. Ich nutzte die App „FERRES“, quasi das äthiopische Pendant zu Uber, sehr zuverlässig und deutlich günstiger als Taxis in Deutschland.

Die Landeswährung heißt Birr, und das Geld lässt sich problemlos in Banken wechseln. Von der Schule erhält man eine Monatsvergütung von 210 €, ausgezahlt in Birr. Die Lebenshaltungskosten sind insgesamt niedriger als in Deutschland, besonders bei Lebensmitteln und Transport.

Praktikum
Die DBSAA ist die einzige von der Kultusministerkonferenz anerkannte deutsche Auslandsschule in Äthiopien und folgt dem hessischen Bildungsplan. Besonders einzigartig ist, dass Kinder die Schule vom Kindergarten bis zum Abitur besuchen können. In der Oberstufe wird das Gemischtsprachige International Baccalaureate (GIB) angeboten, was der Schule ein außergewöhnlich breites Bildungsspektrum verleiht.

Die Schule ist international geprägt und zeichnet sich durch ein familiäres, engagiertes Kollegium sowie eine mehrsprachige Schülerschaft aus. Für mich als Praktikantin war besonders wertvoll, dass ich sehr viel Freiraum hatte: Ich konnte viele Dinge ausprobieren, in verschiedenen Klassenstufen unterrichten/ hospitieren und eigene Ideen einbringen. Der Austausch mit den Lehrkräften war offen, unterstützend und herzlich, sodass ich mich jederzeit einbezogen fühlte.

Der Schulalltag ist sehr lebendig: Es stehen regelmäßig organisatorische Aufgaben, Projekte, Feste und zahlreiche AGs an. Dadurch erlebt man eine große Vielfalt, ist ständig in das Schulleben eingebunden und erhält einen umfassenden Einblick in das Arbeiten an einer internationalen Schule. Insgesamt war die DBSAA für mich ein inspirierender Ort, an dem ich pädagogisch wachsen und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln konnte.
 
Fazit
Ich hatte das große Glück, an einer tollen Schule zu landen mit wunderbaren Kolleg*innen und großartigen Kindern. Besonders an meine Klasse und meine Anleiterin denke ich mit viel Dankbarkeit zurück. Ich vermisse sie sehr und würde jederzeit wiederkommen.

Tipps für zukünftige Praktikant*innen:

  • Regen- und warme Kleidung einpacken (Höhenlage + Regenzeit!).
  • Unterkunftsmöglichkeiten unbedingt mit der Schule besprechen.
  • Ich würde empfehlen, in der Nähe der Schule zu wohnen. Die Wege sind kürzer, man spart Zeit und vermeidet den oft sehr dichten Verkehr in Addis Abeba.
  • Die App „FERES“ nutzen (sicher, günstig und praktisch).
  • Offen sein für die Kultur, die Menschen und die Erfahrungen. Man nimmt unglaublich viel mit.