Ein Blick ins Innerste der Materie
Am 7. Mai um 14 Uhr können sich Forschende an der Freien Universität über elektronenmikroskopische Angebote für Forschungsprojekte informieren
13.04.2026
Kai Ludwig ist stellvertretender Sprecher des Alliance Center for Electron Microscopy (ACEM) und wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums für Elektronenmikroskopie (FZEM).
Bildquelle: Bernd Wannenmacher
Die Elektronenmikroskopie macht Strukturen sichtbar, die mit herkömmlichen Methoden verborgen bleiben. Mit der BUA ACEM Core Facility Presentation am 7. Mai 2026 bietet die Berlin University Alliance der wissenschaftlichen Community ein Forum, um sich über ihr Fach auszutauschen und die Möglichkeiten der stärkeren Vernetzung bestehender Infrastrukturen. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zu aktuellen Anwendungen der Elektronenmikroskopie, Einblicke in Geräte und Methoden sowie Führungen durch die Labore im SupraFAB, einem hochspezialisierten Forschungsbau auf dem Dahlemer Campus der Freien Universität Berlin. Einer der Gastgeber ist Kai Ludwig, stellvertretender Sprecher des Alliance Center for Electron Microscopy (ACEM) und wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums für Elektronenmikroskopie (FZEM).
Herr Ludwig, der ACEM Day 2026 findet im SupraFAB der Freien Universität Berlin statt. Was erwartet die Besucher*innen an diesem Tag?
Die BUA ACEM Core Facility Presentation bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der Elektronenmikroskopie in der Berlin University Alliance kennenzulernen. Im SupraFAB öffnen wir unsere Türen und ermöglichen einen Blick auf ein „State of the Art“-Instrument: das 300kV Kryo-Elektronenmikroskop „Titan Krios“. Neben Fachvorträgen wird es auch die Möglichkeit zum Austausch geben – sowohl für erfahrene Forschende als auch für Interessierte, die sich erstmals mit diesen Methoden beschäftigen.
Warum ist das Teilen gemeinsamer Infrastruktur wichtig? Was passiert bei der BUA ACEM Core Facility Presentation?
Ein Schwerpunkt des Exzellenzverbunds Berlin University Alliance (BUA) ist „Sharing Ressources“ – die gemeinsame Nutzung wissenschaftlicher Großgeräte durch alle Verbundpartnerinnen. Das fördert die effiziente Nutzung der Geräte, spart Kosten und bringt Forschende zusammen.
Das Netzwerk ACEM („Alliance Center for Electron Microscopy“) ist eine gemeinsame Initiative der Partnerinstitutionen der Berlin University Alliance. Ziel ist es, die vorhandenen Elektronenmikroskopie-Ressourcen zu bündeln, sichtbar zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Geräte, sondern auch um Expertise, Ausbildung und Zugangsmöglichkeiten. Forschende sollen unabhängig von ihrer Heimatinstitution von den besten verfügbaren Methoden profitieren können.
Zeit und Ort:
7. Mai 2026, 14 Uhr; Forschungsbau SupraFAB, Altensteinstr. 23a, 14195 Berlin
Welche Rolle spielt der Forschungsbau SupraFAB innerhalb von ACEM?
SupraFAB steht für „Supramolekulare Funktionale Architekturen an Biogrenzflächen“, ist somit ein zentraler Standort für interdisziplinäre Forschung und bietet u.a. ideale Bedingungen für hochauflösende Mikroskopie. Damit ist es möglich, Materialien und biologische Proben mit außergewöhnlicher Präzision zu untersuchen. Das hier befindliche, auf Single-Particle-Analyse spezialisierte 300 kV Kryo-Elektronenmikroskop wurde mit einem gemeinsamen Antrag der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität bei der DFG eingeworben und hat mit dem Charité-Schwestergerät am Charité-Campus Berlin-Buch, das speziell für die kryogene Elektronentomographie optimiert ist, gewissermaßen einen natürlichen Kondensationskern für die Etablierung des ACEM gebildet.
Sie sind seit Februar 2026 stellvertretender Sprecher von ACEM. Welche Schwerpunkte möchten Sie in dieser Funktion setzen?
Mir ist besonders wichtig, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen weiter zu stärken. Wir haben in Berlin eine beeindruckende Dichte an exzellenter Infrastruktur – diese noch besser zugänglich zu machen, ist ein zentrales Ziel.
Außerdem möchte ich den Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen fördern, denn gerade an den Schnittstellen entstehen oft die spannendsten wissenschaftlichen Entwicklungen.
Nicht zuletzt soll ACEM die Verbindung und Integration des fundierten Expertenwissens aus den Bereichen Lebens- und Materialwissenschaften, die im Bereich der Elektronenmikroskopie oft noch recht streng voneinander getrennt waren, weiter erleichtern.
Elektronenmikroskopie gilt als Schlüsseltechnologie in vielen Forschungsfeldern. Können Sie ein Beispiel nennen, wo sie heute unverzichtbar ist?
Ein sehr anschauliches Beispiel ist die Strukturaufklärung von Biomolekülen mittels Kryo-Elektronenmikroskop. Hier lassen sich Strukturen von Proteinen oder komplexen molekularen Maschinen in nahezu atomarer Auflösung entschlüsseln, um zum Beispiel passgenaue Arzneimittel entwickeln zu können.
Aber auch in der Materialwissenschaft ist die Elektronenmikroskopie essenziell, etwa um Defekte in Nanomaterialien sichtbar zu machen oder neue funktionale Materialien zu untersuchen.
Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit innerhalb der Berlin University Alliance?
Die großen wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Die Berlin University Alliance schafft dafür einen Rahmen, in dem Ressourcen geteilt und Kompetenzen gebündelt werden. ACEM ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie solche Kooperationen konkret aussehen können – praxisnah, offen und auf langfristige Wirkung angelegt.
An wen richtet sich die BUA ACEM Core Facility Presentation 2026?
Mit der Veranstaltung sprechen wir die wissenschaftliche Community insgesamt an – also sowohl Forschende mit viel Erfahrung in der Elektronenmikroskopie wie auch diejenigen, die sich neu mit dem Thema beschäftigen. Entsprechend vielfältig ist auch das Programm: Es bietet vertiefende Einblicke für ein spezialisiertes Publikum und zugleich Möglichkeiten zur Orientierung und zum Einstieg.
Besonders wichtig ist uns, dass Nachwuchswissenschaftler*innen frühzeitig Zugang zu elektronenmikroskopischen Methoden finden und die Gelegenheit bekommen, sich dazu zu vernetzen.
Was sollen die Teilnehmenden von der BUA ACEM Core Facility Presentation 2026 mitnehmen?
Idealerweise ein besseres Verständnis dafür, welche Möglichkeiten die Elektronenmikroskopie heute bietet – und wie gut die entsprechenden Infrastrukturen in Berlin aufgestellt sind. Und natürlich neue Ideen für Kooperationen. Wenn aus Gesprächen vor Ort konkrete Projekte entstehen, dann hat der BUA ACEM Core Facility Tag sein Ziel erreicht.





